Weihnachten ist das höchste Kirchenfest im Jahr – ein Fest, das auf allen Kontinenten der Erde auf eine ganz besondere und jeweils individuelle Art und Weise, im Rahmen unterschiedlicher Bräuche und Riten, gefeiert wird. Auch in Afrika nimmt das Weihnachtsfest eine wichtige Bedeutung ein – und das, obwohl es ohne Weihnachtsbaum und ohne Schnee zelebriert wird.
In Kenia lastet die viele Arbeit an Weihnachten nicht auf den Eltern, wie es in europäischen Ländern üblich ist, sondern auf den christlichen afrikanischen Kindern. Sie sind es, die am 24. Dezember das Haus gründlich reinigen, es schmücken und das Festessen für die gesamte Familie vorbereiten müssen. Gefeiert wird erst am 25. Dezember im Rahmen eines großen Festmahls, bei welchem die ganze Familie anwesend ist. Anschließend ist es in Kenia Tradition, dass alle in ihrem Dorf von Haus zu Haus marschieren und sich gegenseitig fröhliche Weihnachten wünschen ; auch kleine Geschenke werden verteilt. Später wird bis in den frühen Morgen ausgiebig gefeiert, getanzt und geplaudert. Weihnachtsgedichte, welche Kinder üblicherweise vorlesen, sind in Kenia nicht Tradition. Ausschließlich Weihnachtssprüche werden auf die Geschenke geschrieben, um den Beschenkten fröhliche und besinnliche Weihnachten zu wünschen.
In Ägypten ist ungefähr jeder achte Einwohner ein koptischer Christ. Die koptische Kirche vertritt wie in Russland den sogenannten julianischen Kalender, was auch der Grund ist, weshalb die ägyptischen Christen Weihnachten erst im neuen Jahr, nämlich am 7. Januar, feiern. Dabei ist es Tradition, vor dem eigentlichen Heiligen Abend eine 43-tägige Fastenzeit einzulegen. Während dieser Zeit wird tagsüber nur Gemüse gespeist. Auf alle anderen Nahrungsmittel wird ausnahmslos verzichtet. Pünktlich zu Weihnachten endet die Fastenzeit und es wird im Rahmen der ganzen Familie ein großes Festmahl serviert. Jeder anwesende Christ muss neue Kleidung tragen, was in Ägypten heißt, dass man das Christkind gebührend willkommen heißt. Weihnachtszitate berichten über diese Tatsache und lassen mehr über ägyptische Weihnachtstraditionen erfahren.
In Südafrika hingegen existieren gleich zwei unterschiedliche Arten, nach denen Weihnachten gefeiert wird. Aufgrund der Tatsache, dass in Südafrika viele Christen aus unterschiedlichen Ländern einwandern, halten diese oft an ihren altbekannten Bräuchen, Riten und Traditionen fest. Dem gemäß wird Weihnachten oft in aller Ruhe und Besinnlichkeit zelebriert. Die christlichen Einwohner Südafrikas hingegen feiern Weihnachten als riesengroßes Fest – ähnlich einer richtigen Party. Im Mittelpunkt dieses Festes stehen ausreichend Tanz, Musik, Essen und Trinken. Auf den Weihnachtsbaum wird trotz der heißen Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad Celsius nicht verzichtet – auch, wenn es sich nur um einen künstlichen handelt.
In Ghana leben rund 60 Prozent Christen. Für sie hat das Weihnachtsfest eine ganz besondere Bedeutung, weshalb mit den Vorbereitungen für den Heiligen Abend bereits frühzeitig begonnen wird. Dabei werden die Häuser festlich dekoriert. Den Marktplatz eines jeden Dorfes ziert ein Baum, der prunkvoll geschmückt wird. Meistens handelt es sich dabei um einen Mango-, Guave- oder Cashew-Baum. Den Höhepunkt des ghanaischen Weihnachtsfestes bildet das traditionelle Weihnachtsessen – bestehend aus gekochtem Reis, Ziegen- oder Hühnereintopf und frischen Früchten.
Auch in Nigeria kommt dem Weihnachtsfest eine ganz besondere Bedeutung zu. Am Heiligen Abend treffen sich die Familien, um gemeinsam zu essen und zu trinken. Ein klassisches nigerianisches Weihnachtsfestmahl ist dabei der sogenannte „Iyan“ – ein scharfer Gemüseeintopf. Lange Zeit hielten die Nigerianer an alten Traditionen fest, die darin bestanden, dass die Reichen zu Weihnachten, nämlich zum „Fest der Liebe“, die Arme beschenkten. Dieses Brauchtum ist jedoch im Laufe der Zeit in weiten Teilen Nigerias bereits ganz in Vergessenheit geraten.