Wenn man überlegt, dass Südafrika fast viermal so groß ist wie Deutschland, kann man sich kaum vorstellen, dass dort insgesamt nur 49 Millionen Menschen leben. Das Land wird auch als Regenbogennation bezeichnet, was auf die vielen Rassen und ethnischen Herkünfte der Einwohner zurückzuführen ist. Kaum ein anderer Staat bietet solch eine multikulturelle Vielfalt, wie Südafrika, wo Menschen mit unterschiedlichen Traditionen, Religionen und Hautfarben miteinander leben.
Die größte Bevölkerungsgruppe in Südafrika bilden die Schwarzafrikaner, die mit fast 40 Prozent deutlich in der Überzahl liegen. Die Schwarzafrikaner entstammen verschiedenen Völkern, die sich in dem Land angesiedelt haben und noch heute traditionell leben. Insgesamt gibt es zehn bekannte Volksgruppen: Zulu, Xhosa, Swasi, Ndebele, Nguni, Nord-Sotho, Süd-Sotho, Tswana, Tsonga und Venda. Die Zulu sind die wohl größte und bekannteste Volksgruppe des Landes.
4,7 Millionen Menschen in Südafrika haben eine weiße Hautfarbe. Diese Bevölkerungsgruppe wird auch als “Buren” bezeichnet, denn diese sind Nachkommen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Bereits im 17. Jahrhundert sind Weiße aus Europa nach Südafrika ausgewandert und haben sich seither dort fest etabliert und vermehrt.
4,4 Millionen Menschen bezeichnen sich als Farbige, sind jedoch keine Schwarzafrikaner eines bestimmten Volksstammes. Die meisten der Farbigen stammen von den Khoi Khoi ab, ein Volk Afrikas, welches vor vielen Jahrhunderten gemeinsam mit den Europäern Teile Südafrikas bevölkerte und Nachkommen züchtete. Auch Sklaven aus Europa und Ostasien und deren Nachkommen gehören zur Bevölkerungsgruppe der Farbigen.
Der übrige Teil der Bevölkerung sind Asiaten, die in Südafrika früher einmal auf Zuckerrohrplantagen gearbeitet und sich im Land niedergelassen haben. Die meisten Farbigen leben in der nördlichen und westlichen Kapprovinz.
Bis heute herrscht teilweise eine strikte Rassentrennung in Südafrika, was nicht zuletzt Folge des “Population Registration Act” ist, die, trotz der Aufhebung im Jahre 1991, weiterhin in vielen Köpfen herumschwirrt.
Rund 30 Prozent der Einwohner Südafrikas sind 15 Jahre und jünger, 64 Prozent sind zwischen 15 und 64 Jahre alt und nur gut fünf Prozent älter als 65. Die Lebenserwartung beträgt im Durchschnitt nur 43 Jahre, was auf die rapide Verbreitung des HIV-Virus zurückzuführen ist. Das Bevölkerungswachstum liegt jährlich bei durchschnittlich -0,3 Prozent, das heißt, es sterben mehr Menschen, als geboren werden.
80 Prozent aller Einwohner – egal welcher Rasse sie angehören – sind Christen, zwei Prozent sind Anhänger der muslimischen Religion und 1,5 Prozent sind Hindus. Der Rest verteilt sich auf kleinere Religionen.